Geflügel / Kaninchen

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Legehennen

Mobilstall für Legehennen:

Wir haben uns für einen Mobilstall entschieden. Dieser paßt am besten zu unserer Philosophie und zu dem Betrieb.

Der Mobilstall hat keinen festen Standort. Er wird jährlich 4-6mal mittels eines Schleppers verschoben. Der Auslauf der Hennen wird durch mobile Weidenetze abgegrenzt. Diese werden nach jedem Verstellen des Stalles abgebaut und wieder neu aufgestellt. Von der gesamten Stallfläche ist ein Drittel der Scharrraum (eingestreut mit Stroh zum Scharren und Huddern). Die anderen zwei Drittel sind mit speziellen Rosten ausgelegt. In diesem Bereich legt die Henne ihre Eier in die Nester (Anordnung Mitte der Kotgrube), frisst ihr Futter, löscht ihren Durst und kann sich bequem auf ihre Sitzstangen aufbäumen. Da die Hennen sich in diesem Bereich im Laufe des Tages und vor allem in der Nacht am häufigsten aufhalten befindet sich hier die Kotgrube. Der Kot fällt einfach hinab. Der größte „Dreck“ ist somit schon vom Tier weg. Der angefallene Kot, der unter der Kotgrube liegt, wird am gleichen Tag nach dem Verziehen abgetragen und auf den betriebseigenen Flächen verteilt.

Das erforderliche Futter für die Hühner wird von der Hofstelle einmal wöchentlich mit Hilfe eines Schleppers zum Mobilstall gefahren. Da wir die verschiedenen Futterkomponenten bzw. die dazugehörigen Mengen nicht jedes Jahr anbauen und zur Verfügung haben, verkaufen wir zum Teil unser eigenes Getreide an die Kaisermühle nach Gänheim und kaufen wiederum von der Mühle das fertige Futter ein. Das Wasser wird ebenfalls von der Hofstelle, zweimal in der Woche, zum Stall gebracht.

Der benötigte Strom für Licht, Fütterung und das Eiersammelband wird durch eine Windkraftanlage und ein Solarmodul direkt am Stall produziert. Das Windrad und das Modul werden in einer Höhe von etwa 4 Metern aufgestellt. Der Strom wird so erzeugt und in einer Batterie gespeichert. Der Stall ist auch so konzipiert dass er sehr wenig Strom braucht (Automatenfütterung, Lichtdimmer).

Die Seitenwände des Stalles sind mit einem Windschutznetz und einer Jalousie versehen. Diese wird als Lüftung per Hand benutzt, je nach Witterung auf- oder zugefahren.

Die Eier werden dann an der Hofstelle im Eiersortierraum sortiert, gestempelt und abgepackt.

Einige Vorteile des Mobilstalles:

  • Durch das Verziehen des Stalles mit Hilfe eines Schleppers wird der Auslauf geschont und besser von den Hennen genutzt (da wechselnde Ausläufe)

  • Den Tieren steht damit gesunde Weideflächen zur Verfügung – der Boden kann sich auf natürliche Art und Weise wieder regenerieren

  • Vorzeigbare Tierhaltung – die Hennen sind gesund, aufgrund des sehr niedrigen Parasitendrucks

  • Geringe Investitionskosten – Schritt für Schritt – Vortasten des Marktes

 

 

 

Information zur Ökologischen Hühnerhaltung

Ein kritischer Bericht zur Öko-Hühnerhaltung in der ARD Sendung FAKT vom 25.10.2010 hat die Kundinnen und Kunden von Bio-Läden verunsichert.

Der BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) informiert zu den in dem Film dargestellten Problemen:

 

1.Federverluste bei Legehennen

Federverluste durch Federpicken zwischen Hühnern gehört zu den Haltungsproblemen, die auch im Bio-Betrieb nicht gänzlich unter Kontrolle sind. Drei von vielen Ursachen: Ungleichgewichte in der Futterration, Fehler in der Junghennenaufzucht oder Anfälligkeit der zur Verfügung stehenden Rassen. Oft ist aber auch gar nicht dingfest zu machen, warum sich in der einen Hühnerherde die Tiere ans Federkleid gehen, in der anderen aber nicht. Die Probleme treten nach einer entsprechenden Untersuchung in ca. der Hälfte der Bio-Herden zum Ende der Legeperiode auf.

Aufgrund der engen Haltungsbedingungen ist das gegenseitige Bepicken in konventionellen Kleinvolieren- und Bodenhaltungssystemen jedoch ein erheblich größeres Problem, das dort nur durch das Kürzen der Tierschnäbel in Grenzen gehalten werden kann.

 

2.Tierverluste in der Legehennenhaltung

Durch Infektionskrankheiten, aber auch durch Greifvögel (Habicht) kommt es immer wieder zu Tierverlusten in der Herde. In allen Haltungssystemen liegen die Verluste bei ca. 10% über die gesamte Legeperiode hinweg. Allerdings ist es die Aufgabe der Betriebsleiter, kranke Tiere aus dem Bestand zu nehmen. Tote Tiere dürfen schon deshalb nicht im Stall liegen bleiben, weil von ihnen Infektionsgefahr für die anderen Tiere ausgeht.

Je besser die Bäuerinnen und Bauern die Legehennenhaltung beherrschen, desto geringer sind die genannten Probleme. Zwar gibt es auch große Herden (die Richtlinien erlauben maximal 3.000 Tiere), in denen kaum Probleme auftreten, durchschnittlich ist aber der Problemdruck umso geringer, je kleiner ein Bestand ist. Ganz verschwinden werden Federpicken und Tierverluste jedoch nicht, weil Tiere keine Maschinen sind, die man exakt für irgendeine Leistung einstellen kann. Es sind noch viel Forschung und vor allem Anstrengung in der Züchtung erforderlich, um die Haltungsverfahren des Ökologischen Landbaus zu verbessern. Wissenschaftler und Fachleute der Öko-Verbände arbeiten intensiv daran.

 

Unterschiede zwischen ökologischer und konventioneller Hühnerhaltung

Wenn auch noch vieles verbessert werden muss und nicht alle Probleme völlig zu beseitigen sind: Klar ist, dass es drastische Unterschiede zwischen ökologischer und konventioneller Hühnerhaltung gibt, die eindeutig dafür sprechen, die Bio-Hühnerhaltung weiter zu entwickeln und zu fördern. Im Folgenden weisen wir auf die wichtigsten Punkte hin:

 

Schnabelkürzen

Der Schnabel ist für das (recht kurzsichtige) Huhn das feinste Sinnesorgan. Ausgerechnet dieses wird durch Abschleifen oder Abbrennen verkürzt, damit sich die Tiere durch Picken nicht verletzten, wenn sie in engen Ställen gehalten werden. In der konventionellen Haltung ist dies fast durchweg der Fall, in der Biohaltung ist Schnäbelkürzen verboten.

 

Frische Luft und Tageslicht

In der konventionellen Haltung (Kleinvolieren- und Bodenhaltung) erleben die Tiere weder das natürliche Klima noch Tageslicht - sie werden in einer völlig künstlichen Umgebung gehalten. In der Biohaltung (und der konventionellen Freilandhaltung) haben die Tiere tagsüber Zugang zu einem Auslauf. Dort können sie auch die ihnen eigenen Verhaltensformen (Scharren, Laufen, Flattern) ausleben, was in den engen Ställen praktisch nicht möglich ist.

 

Platzangebot

Biohühner steht im Stall erheblich mehr Platz zur Verfügung als in konventionellen Haltungsformen. Die Richtlinien der Verbände machen darüber hinaus erforderlich, dass die Tiere einen überdachten Auslauf haben, durch den sie auch dann an die frische Luft kommen, wenn die Witterung eine Nutzung des Auslaufes nicht ermöglicht.

 

Futter

Biohühner bekommen mindestens 95% ökologisch erzeugtes Futter, Gentechnik ist ausgeschlossen. Konventionelle Hühner erhalten konventionell hergestelltes Futter, vor allem das Eiweißfutter (Soja) stammt gänzlich aus Übersee und ist meistens genetisch verändert und zudem durch synthetische Aminosäuren angereichert, für eine intensive Dotterfärbung werden künstliche Farbstoffe verfüttert.

 

Medikamenteneinsatz

Da die Öko-Verordnung Naturheilverfahren den Vorrang einräumt und da ein Biobetrieb die doppelte Wartezeit (Zeit zwischen Medikamenteneinsatz und Vermarktung des Produktes) einhalten muss, werden im Biobetrieb weniger Medikamente verwendet. Eine Untersuchung der TU München ergab, dass sich zwar auf Öko-Eiern genauso viele Keime wie auf konventionellen Eiern nachweisen lassen. Dass wichtigste Ergebnis war aber: Bei konventionellen Eiern sind sehr viel häufiger Antibiotika-resistente Keime vorhanden.

 

Rassen

Leider ist die ökologische Legehennenhaltung immer noch auf die gleichen Hühnerrassen angewiesen wie die konventionellen Betriebe. Schon seit mehreren Jahrzehnten hat es hier eine ungute Konzentration gegeben, sowohl was die Unternehmen als auch was die genetischen Herkünfte betrifft. Bei der Züchtung der Tiere wurde weder darauf geachtet, ob sie zu Federpicken neigen, noch ob sie für die Anforderungen einer Freilandhaltung besonders geeignet sind. Die Verbände des Ökologischen Landbaus bemühen sich schon lange um die Züchtung geeigneter, robuster Rassen - durchschlagende Erfolge sind jedoch noch nicht zu verzeichnen.

 

Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft, Berlin