Fränkische Landgänse

Fränkische Landgänse

Fränkische Landgänse

Die Fränkische Landgans ist eine alte bodenständige Landgansrasse, die den Bauern der Saale- und Maingegend ein Zubrot verdiente.  2003 wurde sie von Ernst Mensinger aus Geiselwind beim BDRG nahezu in Rekordzeit  im blauen Farbenschlag  zur Anerkennung gebracht.
Im Standard wird die Fränkische Landgans als mittelgroße, gedrungen wirkende Landgans mit knapp mittelhohem Stand beschrieben. Gewichtsmäßig werden die Ganter zwischen 5 und 6 kg angesiedelt und die Gänse zwischen 4 und 5 kg. Man sagt, dass sie an Feiertagen eine 4-köpfige Familie sättigen sollten, allerdings nicht so, dass man diese vorher mit 2 kg Hackfleisch füllen muss. Warum erwähne ich das? Leider finden wir auf  den Ausstellungen mitunter sehr zierliche und kurze Tiere vor, die beim Wiegen vielleicht gerade so oder noch nicht mal auf das gewünschte Mindestgewicht kämen und eher den Zusatz „Zwerg“ vor dem Rassenamen verdient hätten. Solche Tiere fallen auch ohne zu wiegen auf. Häufig werden sie leider auch noch hoch bewertet, weil sie eine schöne intensive Farbe und klare Säumung haben. Dabei sollte man bedenken, dass bei der Bewertung dem Gesichtspunkt Form und Größe höhere Priorität gebührt. Solche schwachen Tiere kommen beim Legen nie und nimmer auf ein Bruteimindestgewicht von 140 g, was wiederum auch kleine Gössel nach sich zieht. Außerdem zeigen diese gewichtsmäßig schwachen Tiere, auf Grund ihres kurzen Rumpfes, stark kreuzende Flügelenden, weil die Flügel länger als der Rumpf sind. Auch eine mangelnde Rumpfbreite führt dazu, dass die Flügelenden stark kreuzen. Sowohl kurze als auch schmale Rücken und stark kreuzende Flügelenden werden daher nicht gewünscht. Der Rumpf einer gut gebauten Fränkischen Landgans ist mittellang, breit und gut gerundet. Er sollte eine waagerechte Haltung haben und darf leicht abfallen. Die Tiere sollten eine breite, voll ausgerundete Brust vorweisen und passend dazu ist der Bauch gut ausgeprägt und glatt. Eine kleine, mittig sitzende Einfachwamme ist gestattet. Tiere mit Seiten- oder Doppelwammen gehören in einen weißen, kühlen Stall, namens Gefrierschrank, und nicht in einen Ausstellungskäfig. Die mittellangen Läufe, deren Gelenke gerade so aus dem Gefieder heraus ragen, sind kräftig und tragen Ringe der Größe 22 mm bei beiden Geschlechtern. Der kurze, gut gerundete Kopf sollte einen leichten Stirnansatz vorweisen. Mitunter sieht man Tiere, die am Hinterkopf etwas abstehende Federn haben. Dies sind Anzeichen für einen flachen und nicht für einen gut gerundeten Kopf. Die Augen der Fränkischen Landgänse sind graubraun. Augenränder, Schnabel und Läufe werden in einem einheitlichen, kräftigen Orange gefordert. Leider stehen in den Käfigen sehr oft Tiere, deren Augenränder bzw. Läufe eine Farbe vorweisen, die alles andere als Orange ist. Diese reicht von Gelb bis Orange-grau. Hierauf wird meines Erachtens zu wenig Wert gelegt. Doch solche Tiere sollte man nicht in die Zucht einsetzen. Die Bohne und die Krallen sind hellhornfarbig und nicht dunkel. Auch hierbei gibt es immer wieder mal Rassevertreter, die dunkle Krallen haben. Preisrichter sollten daher mal genauer hinschauen, wenn ein Tier in einem Käfig mit tiefer Einstreu steht und die Käfige daneben weniger eingestreut sind. In der tiefen Einstreu sieht man nämlich die dunklen Krallen schlechter. Das Gefieder wird schön straff und fest am Körper anliegend gewünscht. Die Grundfarbe des Gefieders ist ein kräftiges, mittleres Blau. After und Bauchgefieder sind weiß. Das blaue Flanken- und Deckgefieder besitzt eine klare, schmale, durchgehend weiße und keine cremefarbige Säumung. Auch der Schwanz ist durchgehend blau mit weißer Säumung. Doch Vorsicht, es gibt häufig Vertreter, deren Schwanzoberfläche cremefarbig ist. Dies ist in der Regel ein Indiz für zu helle Grundfarbe. Solche Tiere gehören gestraft. Gleiches gilt auch für Tiere mit Kehlflecken, hellen Außenschwingen und Schnabelringen.